Die zwei Besten wollen Werda beerben

Von Olaf Meinhardt
Plauen.Sieben Pokalendspiele und zwei Turniere finden am Wochenende auf dem Sportplatz des 1. FC Wacker Plauen statt. Der Vogtländische Fußball-Verband (VFV) kürt an seinem Finalwochenende die Pokalsieger der Saison 2021/22. Im Männerfinale trifft am Samstag, 16 Uhr, der Vogtlandliga-Sieger VfB Auerbach II auf den Vogtlandklasse-Meister VfB Schöneck.

In der Plauener Ostvorstadt wollen beide Finalisten ihre souveränen Meistertitel veredeln. Auf den ersten Blick scheinen die Rollen klar verteilt zu sein, doch einen Klassenunterschied gibt es nur auf dem Papier. „Schöneck ist in unseren Augen keine Vogtlandklasse-Mannschaft, das sieht man allein an den Ergebnissen“, meint Auerbachs Trainer Kevin Hampf, der den kommenden Kontrahenten in der Favoritenrolle sieht. Das übliche Understatement eines Finalisten?

Zu Pokalehren kamen die Schönecker aber in Zeiten des Verbandes Oelsnitz/Klingenthal. Unter dem Namen „Konsum“ antretend, setzten sich die Schönecker 1970, 1978, 1982 und 1987 die Krone auf. Im Plauener Kreis qualifizierte sich das Team nur einmal für das Finale. Im Mai 2002 unterlag der VfB in Lauterbach dem FSV Bau Weischlitz mit 0:2. Zweimal stand Auerbach im Endspiel – ging jeweils als Gewinner vom Feld. „Einheit II“ holte sich 1988 den Pott. Als VfB II steht ein Sieg 1995/96 gegen den FSV Mylau (3:2) in Beerheide zu Buche.

Die Auerbacher als einer von fünf „Dinos“ der Vogtlandliga stießen in der zurückliegenden Saison erstmals die Tür in die Landesklasse auf. Jetzt soll mit dem Pokal der zweite Titel her. Ein Kunststück, welches in der Geschichte des VFV bisher nur dem Reichenbacher FC (2013) glückte. Nicht neu ist auch die Tatsache, dass sich ein Vogtlandklassist ein Finalticket sicherte. Rotschau (2016) und Erlbach (2019) unterlagen jeweils gegen den mit schon fünf Erfolgen aufwartenden Rekordsieger SC Syrau. Diesen räumten die Auerbacher im diesjährigen Viertelfinale aus dem Weg (2:1).

Im Gegensatz zu den Schöneckern, die mit Marcel Schlosser (30 Punktspieltore) und Jan Luderer (23) ausgesprochene Scharfschützen in ihren Reihen besitzen, scheint der kommende Landesklassist etwas schwerer ausrechenbar. Mit zwölf Toren steht Daniel Qayyum in der internen Liste gefolgt von Albert Löser (7) ganz oben. Weitere 15 Spieler haben ebenfalls getroffen. Die alte Fußballweisheit, dass der Sturm Spiele gewinnt, die Abwehr aber Meisterschaften, bewies die Truppe von Kevin Hampf recht eindrucksvoll. Auf dem Weg zum Titel ließ sie in den ersten sechs Spielen der Meisterrunde überhaupt keinen Gegentreffer zu. Nur 17 Mal musste der Auerbacher Schlussmann hinter sich greifen, dabei aber gleich viermal im bedeutungslosen Abschlussspiel gegen Jößnitz (2:4).

Das kommende Pokaltreffen zweier Aufsteiger erhält nicht nur anhand der exzellenten sportlichen Zahlen beider eine besondere Brisanz. „Dass es ausgerechnet gegen den VfB Schöneck geht, ist natürlich wieder eine besondere Geschichte, die nur der Fußball schreibt. Es gibt ein Wiedersehen mit vielen ehemaligen Auerbacher Kickern“, meint Kevin Hampf. Einige scherzende Fußballfreunde aus dem Vogtland sprachen nach dem Halbfinale beider bereits von einem Duell zwischen „Auerbach II gegen Auerbach III“. Mit Jan Max Denschel, Tim Müller, Jeremy Stiev Glaß, Marvin Todt und Lukas Hinzmann gehörten fünf Mann des Auerbacher B-Jugend-Regionalliga-Aufsteigers von 2019 zur diesjährigen Schönecker Stammelf. Spielertrainer Jiri Jedinak, Marcel Schlosser und Jan Luderer trugen zudem das Trikot der Auerbacher Regionalliga-Mannschaft.

„Der Aufstieg in die Vogtlandliga war seit Jahren das klare Ziel. Im Pokal sind wir Schritt für Schritt neben der turbulenten und pandemie-gebeutelten Meisterschaft nun bis ins Finale gekommen. Ganz klar, dass Auerbach der Favorit ist. Dennoch wollen wir für ein spannendes Finale sorgen. Es ist alles möglich“ , erklärte Jiri Jedinak vor dem Männer-Endspiel.

Der Weg ins Finale

1. Runde: SG Jößnitz II – VfB Schöneck 0:16, SpG Pausa/Mühltroff – VfB Auerbach II 2:5;

2. Runde: FSV Treuen II – VfB Schöneck 0:11, Leubnitzer SV – VfB Auerbach II 0:6;

Achtelfinale: VfB Schöneck – SG Unterlosa 2:0 (Unterlosa nicht angetreten), SSV Bad Brambach – VfB Auerbach II 2:8;

Viertelfinale: VfB Schöneck – FC Werda 10:1, VfB Auerbach II – SC Syrau 2:1,

Halbfinale: FSV Ellefeld – VfB Schöneck 0:7, FSV Bau Weischlitz – VfB Auerbach II 1:2


Informationen für die Fans

Der Eingang Alte Oelsnitzer Straße (gegenüber Neubaugebiet) ist dauerhaft geöffnet. Rings um die Gerhard-Bertram-Sportanlage gibt es Parkplätze. Genutzt werden unter anderem die gegenüberliegende Wiese der AWG Wohnungsgenossenschaft sowie der Parkplatz des Ärztehauses an der Gebrüder-Lay-Straße. Zum Hauptspiel am Samstag zwischen dem VfB Auerbach II und dem VfB Schöneck sind die Verkehrskadetten der Verkehrswacht im Einsatz. Das Spiel wird pünktlich um 16 Uhr angepfiffen.

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