Für einen Sport ohne Diskriminierung

Von 791.216 Fußballspielen in Deutschland in der Saison 2019/2020 mussten 0,03 % abgebrochen werden. Das ergab der 6. Lagebericht des Amateurfußballs vom DFB. In Sachsen mussten die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter bei 6 von 54.363 Spielen zum letzten Mittel greifen.

In Sachsen wurden in der Saison 2019/2020 31.256 (57,5%) Spiele über den elektronischen Spielbericht erfasst. Bei 131 (0,42 %) Spielen kam es zu Vorfällen (Störung/Gewalt/Diskriminierung), die in 6 (0,02 %) Fällen zu Spielabbrüchen führten. Die statistischen Ergebnisse der letzten Spieljahre zeigen, dass sowohl die Anzahl als auch der prozentuale Anteil der Vorfälle im sächsischen Spielbetrieb auf niedrigem Niveau bleiben.

Die Aussagekraft der Zahlen wird durch die pandemiebedingt verkürzte Saison begrenzt. So erfasste der DFB für die Saison 2019/2020 nur 791.216 Spiele statt 1,3 Millionen Spiele. Auch in Sachsen wurden in der Saison 2019/2020 mit 31.256 elektronisch erfassten Spielberichten deutlich weniger Spiele registriert als in der vorangegangenen Saison (2018/2019: 52.388).

Christoph Kutschker (1. Vizepräsident Soziale Belange): „Gewalt- und Diskriminierungsfälle stellen gemessen an der Zahl der absolvierten Spiele in Sachsen zwar eine Ausnahme dar, doch die Ergebnisse relativieren in keiner Weise das Leid der Betroffenen. Jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel. Aber genau das ist das Ziel unserer AG Fair Play und Gewaltprävention: Die Vorfälle in Sachsen weiter zu reduzieren und die Vereinsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zu sensibilisieren. Deshalb ist es wichtig, dass Vereine den elektronischen Spielbericht nutzen und potenzielle Verfehlungen melden. Im Übrigen kann uns jeder. der einen Vorfall bei einem Spiel in unserem Verbandsgebiet registriert, diesen auch melden. Wir verlassen uns also nicht nur auf die Vereine und SchiedsrichterInnen, sondern nehmen auch die Vorkommnisse ernst, die beispielsweise von Zuschauern gemeldet werden.“

Auch der Sächsische Fußball-Verband möchte für einen Fußball ohne menschenverachtende und diskriminierende Verhaltensweisen werben. Dreh- und Angelpunkt sind unsere Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, die die Vorfälle im elektronischen Spielbericht vermerken müssen. Unsere Mitarbeiterin Laura Holzapfel, die für die Aufarbeitung demokratiefeindlicher Tendenzen zuständig ist, steht im weiteren Prozess im Austausch mit den Staffelleiterinnen und Staffelleitern und ggfs. auch mit den Sportrichterinnen und Sportrichtern.

Wir möchten die Vereine bei diskriminierenden, kindeswohlgefährdende, gewalttätigen und weiteren konflikthaften Vorfällen auf und neben dem Platz unterstützen. Des Weiteren arbeiten wir eng mit dem Projekt „Im Sport verein(t) für Demokratie“ des Landessportbundes Sachsen zusammen. Wir wollen gemeinsam für diese Themen sensibilisieren und führen sowohl präventive als auch interventiven Beratungs- und Bildungsmaßnahmen durch.

Wenn Ihr einen Vorfall wahrnehmt, meldet Euch unter fairness@sfv-online.de. Ebenso veranschaulicht die folgende Grafik, wie genau Vorfälle an die zentrale Anlaufstelle gemeldet werden können.

Von Laura Holzapfel/Alexander Rabe

Quelle: SFV