Thomas Peterfi: „Ich bin mit Herz und Seele Ehrenamtler.“[Foto: privat/Collage: FUSSBALL.DE]
Rampenlicht ist nicht das Ding von Thomas Peterfi. Der 54‑Jährige wirkt lieber im Hintergrund – so wie in den vergangenen 15 Jahren, in denen er zuverlässig die Fäden bei der SpVgg Grünbach-Falkenstein zusammenhielt und mit ruhiger Hand wichtige Impulse setzte. Rückblickend sagt Peterfi heute offen und ohne Pathos: „Wir haben den Verein damals gerettet.“ Ein Satz, der die Dimension seiner Arbeit nur erahnen lässt.
„Auflösen oder anpacken“
Als er 2011 den Vorsitz übernahm, stand die SpVgg am Scheideweg. „Es gab nur zwei Optionen: auflösen oder anpacken“, erinnert er sich. „Wir wollten nicht zulassen, dass hier alles den Bach runtergeht.“ Was dem Verein damals noch Halt gab, war eine engagierte Jugendabteilung – inklusive seiner beiden Söhne. Dieser Rückhalt gab den Anstoß, den Verein neu zu formieren. Gemeinsam stellte das neue Vorstandsteam eine motivierte Gruppe zusammen, die bereit war, den nötigen Umbruch entschlossen und strukturiert anzugehen.
Eine der ersten großen Aufgaben: die nahezu nicht mehr existierende Männermannschaft wiederzubeleben. Die Lösung lag in einem Zusammenschluss mit einem benachbarten Verein, der zwar kaum Nachwuchs, aber zwei spielfähige Männermannschaften hatte. So entstand aus dem FC Grünbach und der SpVgg Falkenstein die SpVgg Grünbach-Falkenstein. „Das war genau die richtige Entscheidung, eine klassische Win-Win-Situation“, sagt Peterfi heute. Beide Vereine hätten von diesem Schritt enorm profitiert, sportlich wie organisatorisch.
Für ihn war immer klar: Aufgeben kommt nicht infrage. „Ein funktionierender Amateurverein ist für eine kleine Ortschaft extrem wichtig – sozial und gesellschaftlich“, betont er. Gerade am Wochenende sei die Sportanlage ein zentraler Treffpunkt für Jung und Alt, ein Ort, an dem Gemeinschaft gelebt und Zusammenhalt spürbar wird.
„Wir haben einen gesellschaftlichen Auftrag, den wir sehr ernst nehmen“
Dass die SpVgg weit mehr ist als ein Sportverein, zeigt sie regelmäßig. Ein Beispiel ist die jährliche Kirmes, die der Verein traditionell organisiert und damit das Gemeindeleben maßgeblich mitprägt. „Wir haben einen gesellschaftlichen Auftrag, den wir sehr ernst nehmen“, sagt Peterfi. „Fußball ist wichtig, aber wir machen viel mehr, weil wir fest an die Bedeutung von Gemeinschaft glauben.“ Veranstaltungen, Feste und Hilfsaktionen gehören längst selbstverständlich dazu.
Auch die Wiedereinführung einer Frauenmannschaft war ihm und einer Vorstandskollegin ein persönliches Anliegen. Zwar musste das Team einige Jahre später wieder abgemeldet werden, weil es nicht mehr genügend Spielerinnen gab – doch Peterfi sieht das pragmatisch: „Nicht alles kann immer gelingen. Aber der Versuch war wichtig, und die Zeit, in der die Mannschaft existierte, hat den Verein bereichert.“
Besonders stolz sind Peterfi und seine Mitstreiter auf ein anderes Erfolgsprojekt: die Ausbildung zahlreicher neuer Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Bemerkenswert viele davon stammen aus dem eigenen Nachwuchs. „Ohne Unparteiische funktioniert Fußball nicht“, sagt Peterfi überzeugt. „Deshalb war es uns immer ein großes Anliegen, Menschen zu finden und auszubilden, die dieses wichtige Amt übernehmen.“ Ein engagierter Kollege im Vorstand kümmert sich inzwischen federführend um dieses Thema.
Im vergangenen Jahr hat sich Peterfi schließlich aus dem Vorstand zurückgezogen, um bewusst Jüngeren die Verantwortung zu übergeben. Seine Leidenschaft für das Ehrenamt bleibt jedoch ungebrochen. „Ich bin mit Herz und Seele Ehrenamtler“, sagt er. „Mich treibt der Wunsch an, etwas zurückzugeben. Das Ehrenamt in Deutschland kann man gar nicht hoch genug schätzen.“
Der SpVgg Grünbach-Falkenstein bleibt er natürlich verbunden – nur eben nicht mehr in der ersten Reihe. Und das passt zu ihm. Denn für Aufmerksamkeit hatte Thomas Peterfi noch nie etwas übrig.
