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Da war der Sack endlich zu: Marc-Philipp Zimmermann (rechts) hat soeben mit seinem vierten Treffer für den 5:2-Endstand gegen Rathenow gesorgt. Foto: Joachim Thoß
Auch vor dem wichtigen Spiel gegen einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt musste er die Nacht durchackern. „Das ist natürlich eine schwierige Konstellation“, sagt VfB-Coach Sven Köhler. „Zum Glück hatte ich nur eine Nachtschicht vor dem Spiel“, so Zimmermann. „Zwei Nachtschichten in Folge wären schon schwerer gewesen.“ So konnte er sich die nötige Erholung fürs Spiel mit einem Mittagsschlaf holen, um dann 90Minuten hellwach zu sein.
Zimmermanns Torinstinkt ist wahrscheinlich auch 3 Uhr nachts noch aktiv. Gegen Rathenow war das Schlitzohr zweimal genau dort, wo ein Torjäger stehen muss. Beim Führungstreffer fing er einen eklatanten Fehlpass der Gäste ab und behielt vor dem Tor die Nerven. 22Minuten später lauerte er am Pfosten und musste nach einem Torwartfehler nur den Fuß hinhalten – schon stand es 3:0. Zwischen beiden Treffern hatte er seine größte Stärke, das Kopfballspiel, nach einer Flanke von Marcel Schlosser ausgereizt und aus zehn Metern in zentraler Position getroffen.
„Vielleicht habe ich heute die Dinger gemacht, die ich zuvor liegengelassen habe“, sagt er in Hinblick auf die dicken Chancen, die er in den Heimspielen gegen Lichtenberg und Hertha BSC II eben nicht zu Toren verwertet hatte. Aber auch so liegt er ganz vorn in der Torjägerwertung. „Acht Treffer in acht Spielen, das kann sich schon sehen lassen“, sagt er. Gegen Rathenow setzte er noch den Schlusspunkt, bevor ihn Trainer Köhler wenige Sekunden vor Abpfiff auswechselte. Sein Tor zum 5:2 war nicht nur der Schlusspunkt des Spiels, sondern auch die Entscheidung. So unglaublich es klingen mag: Die Gäste aus Brandenburg waren bis zum 4:2 voll im Spiel. „Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass nichts mehr passieren könnte“, sagte auch Sven Köhler. Seinem Team fehlte im zweiten Abschnitt die Souveränität, den klaren Vorsprung zu verwalten. „Das ärgert mich ein bisschen“, sagte Köhler offen. Selbst nach dem 4:0 von Amer Kadric, der seinen Gegenspielern noch in der eigenen Hälfte davonlief und den Ball überlegt am Keeper vorbei ins Netz schoss, wackelte Auerbach urplötzlich. Zwei schnelle Gegentreffer verunsicherten den VfB. Die zentrale Defensive hatte dabei nach Eingaben von der rechten Seite nicht gut ausgesehen. Den Vogtländern hätte eine dramatische Schlussphase gedroht, wenn Thomas Stock nicht im richtigen Moment an der richtigen Stelle gewesen wäre. Vier Minuten vor Schluss rettete der Offensivspieler auf der Linie, andernfalls wäre das 3:4 für die Gäste gefallen und das Spiel wieder völlig offen gewesen.
Statistik Auerbach: Max. Schlosser – Jeck (82. Löser), Müller, M. Sieber, Morosow – Horschig – Baude (60. Seb. Schmidt), Kadric, Mar. Schlosser – Stock, Zimmermann (89. T.Sieber). Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Zimmermann (12., 15., 33.), 4:0 Kadric (54.), 4:1 Langner (59.) 4:2 Aydogdu (83.), 5:2 Zimmermann (87.). SR: Lämmchen (Meuselwitz). Zuschauer: 510.
Jüngster Regionalliga-Spieler
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Foto: PICTURE POINT
Niklas Jeck (Foto) ist mit 17 Jahren der jüngste Spieler, der je für den VfB Auerbach in der Regionalliga gespielt hat. Er feierte am Samstag sein Debüt in einem Pflichtspiel und das auch gleich in der Startelf. „Er hat seine Sache ordentlich gemacht“, sagte VfB-Coach Sven Köhler. „Auch wenn man gemerkt hat, dass ein Pflichtspiel noch etwas anderes ist als ein Testspiel.“ Gegen Erzgebirge Aue (0:1) hatte er bereits im VfB-Trikot gespielt. „Gegen Aue war sein Auftritt noch souveräner“, sagt Köhler. Der VfB hatte Jeck vom FC Erzgebirge ausgeliehen. Seine Premiere feierte der Youngster auch, weil Albert Löser, der zuvor auf der rechten Außenbahn in der Defensive spielte, die Woche über beruflich in Berlin weilte und nicht trainieren konnte. (masc)