Reichenbacher FC triumphiert

Von Laura Freimann, Thomas Gräf und Steffen Bandt

Der Landesklasse-Vertreter hat sich am Sonntag mit einem 2:1-Finalsieg gegen die SG Jößnitz den Hallenpokal der „Freien Presse“ gesichert. Cupverteidiger SC Syrau musste sich mit dem 3. Platz begnügen, während für Oberligist VFC Plauen bereits nach den Gruppenspielen das Aus feststand.
Plauen.1100 stimmgewaltige Fans haben am Sonntag die Endrunde um den Hallenpokal der „Freien Presse“ in der ausverkauften Plauener Einheit-Arena verfolgt. Die sahen den Triumph des Landesklasse-Spitzenreiters Reichenbacher FC, der das Endspiel gegen Vogtlandligist SG Jößnitz mit 2:1 für sich entschied. Für die Jößnitzer blieb damit nach einer herausragenden Serie wie schon 2020 der 2. Platz. Das Spiel um Platz 3 gewann Pokalverteidiger SC Syrau gegen den VfB Auerbach II mit 2:1. Für Oberligist VFC Plauen war ebenso nach den drei Gruppenspielen Schluss wie für einen am Sonntag enttäuschenden SV Merkur Oelsnitz.

Bereits eine Stunde vor dem ersten Anpfiff war die Einheit-Arena fast komplett gefüllt. Und als es dann endlich losging, waren die Fans endgültig „on fire“. Für das erste Tor sorgte Auerbachs Albert Löser, der den Ball zum 1:0 gegen den VfB Plauen Nord rechts oben im Kasten versenkte. Der Vogtlandligist glich aus und hatte danach selbst die Chance zum Sieg, als Auerbach zwei Minuten in Unterzahl auf dem Parkett stand. Den 2:1-Siegtreffer erzielte jedoch der Landesklassist.

Dem SC Syrau war schon in seinem ersten Spiel anzumerken, dass er den Hallenpokal zum dritten Mal in Folge erobern wollte. Sollte es wie schon in der Zwischenrunde wieder zu einem Sieg gegen den VFC Plauen reichen? In der Tat setzte sich auch diesmal Syrau durch – wieder mit 3:2. Auch gegen den VfB Auerbach II kam der SC mit einem cleveren Auftritt zum 3:2-Erfolg. Und da sich der VFC gegen den VfB Nord mit einem 8:0-Sieg eindrucksvoll zurückmeldete, stand Syrau als erster Halbfinalist fest. Im letzten Gruppenspiel musste sich entscheiden, wer den Syrauern folgt. Dem VFC Plauen, der in Anbetracht des abgesagten Oberliga-Spiels mit starker Aufstellung in der Einheit-Arena auflief, hätte gegen den VfB Auerbach II schon ein Unentschieden für den Einzug in die Runde der letzten vier gereicht. Aber mit dem VfB setzte sich das cleverere Team nicht unverdient mit 2:1 durch und dem Top-Favoriten blieb nur das Neunmeterschießen um den 5. Platz.

In Gruppe B musste sich der Landesklasse-Spitzenreiter Reichenbacher FC gegen die SG Jößnitz mächtig strecken, um zum Erfolg zu kommen. Nach einem frühen Führungstor war es RFC-Keeper Hettwer, der den durchaus möglichen Ausgleich der Jößnitzer einige Male verhinderte. Schließlich besiegelte ein Eigentor die Jößnitzer 0:2-Niederlage.

Keinen guten Start gab es für den SV Merkur Oelsnitz, der sich dem FC Werda mit 0:3 geschlagen geben musste. Im Landesklasse-Duell Merkur gegen RFC reichte es für die Oelsnitzer trotz dreifacher Überzahl nur zu einem 1:1, während Jößnitz mit einem 4:2-Erfolg gegen Werda für viel Spannung sorgte. Für Merkur bedeutete das anschließende 2:2 gegen Jößnitz das Aus. Die Oelsnitzer setzten damit ihre Negativserie in der Halle fort: Wie schon in den vorangegangenen Ausgaben folgte nach durchaus guter Vor- und Zwischenrunde im Finalturnier das frühe Ausscheiden. Den Gruppensieg holte sich der RFC mit einem 4:1-Erfolg gegen den FC Werda, der damit als Gruppendritter der SG Jößnitz den Vortritt lassen musste.

Im ersten Halbfinale waren es dann eben jene Jößnitzer, die für die nächste Überraschung des Turniers sorgten, obwohl zunächst Syrau mit 1:0 führte. Die SG drehte das Spiel und schon nach dem Treffer zum 3:1-Endstand durch Norwin Hinte ging Syraus Trainer Chris Begerock zur Jößnitzer Bank, um fair zu gratulieren.

Fast jeder Schuss ein Treffer – so lautete das Motto im zweiten Halbfinale, in welchem der Reichenbacher FC gegen seinen Landesklasse-Kontrahenten aus Auerbach überraschend souverän auftrat und letztlich klar mit 6:1 gewann.

Im Spiel um Platz 3 bewiesen die Syrauer dann trotz der Enttäuschung über das Aus im Halbfinale noch einmal Moral und bezwangen den VfB Auerbach II mit 2:1. „Natürlich sind wir enttäuscht, aber das wird sich legen. Bis zum Halbfinale haben wir sehr gut gespielt, haben dann aber gegen Jößnitz unser vermutlich schlechtestes Spiel der gesamten Serie gemacht. Für uns bricht die Welt jetzt nicht zusammen, das müssen wir als Fußballer aushalten“, lautete das Fazit von SC-Trainer Chris Begerock.

Damit war die Halle bereit für das Endspiel und die damit spannende Frage, ob der Reichenbacher FC seiner Favoritenrolle gerecht werden würde oder aber ob die SG Jößnitz, die schon bei der vorangegangenen Auflage 2020 im Finale gestanden und dieses mit 1:2 gegen Syrau verloren hatte, diesmal für die Sensation sorgen würde. Paolo Süß brachte den RFC mit 1:0 in Führung, aber die Jößnitzer sorgten postwendend für den Ausgleich. In der Folge hatte die SG gleich mehrere gute Möglichkeiten zur Führung, doch RFC-Keeper Hettwer war auch diesmal ein sicherer Rückhalt. Schließlich war es Leon Dietzsch, der einen Abpraller zum 2:1-Sieg der Reichenbacher versenkte. „Die Truppe hat sich das wirklich verdient, wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert und das macht mich megastolz. Vielleicht gibt uns das den richtigen Schub für die Rückrunde“, lobte RFC-Coach Carlo Kästner seine Männer.

Pure Freude herrschte auch bei den Vertretern des Vogtländischen Fußball Verbandes. Dessen Geschäftsführer André Rabe sagte: „Wir freuen uns über eine insgesamt überragende Resonanz auf das gesamte Turnier. Nach zwei Jahren Zwangspause haben über 5500 Zuschauer die Spiele gesehen. Die Stimmung in der Halle war hervorragend und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.“ Vom neuen Pokalgewinner Reichenbacher FC war Rabe nicht überrascht: „Für mich war der RFC Geheimfavorit und hat dies auch bestätigt.“

Als beste Spieler der gesamten Hallenpokal-Serie wurden Fabian Stein (SC Syrau), Leon Dietzsch (Reichenbacher FC) und Ruven Rittrich (FC Werda) geehrt. Bester Torwart war der Syrauer Stephan Zöphel und erfolgreichster Torschütze mit 19 Treffern der Oelsnitzer Maximilian Merkel.

%d Bloggern gefällt das: