Vereine der Regionalliga in vielem nicht einig

Von Marcus Schädlich

Während in der Fußball-Bundesliga eine Fortsetzung der Saison im Mai möglich zu sein scheint, befindet sich die Regionalliga Nordost weiter in einem Schwebezustand. Das konnte auch nicht eine gemeinsame Videokonferenz aller Regionalliga-Klubs beenden. „Es war viel Kaffeesatzleserei dabei“, sagt Manager Volkhardt Kramer, der für den VfB Auerbach an der Videoschalte teilgenommen hat. Bei der großen Runde wurden alle denkbaren Varianten durchgesprochen: Saisonabbruch, Geisterspiele, Verschiebung des Saisonendes oder Teilausschluss der Öffentlichkeit. Das Resultat: Uneinigkeit. Je nach Interesse unterscheiden sich die Positionen der Klubs erheblich. Während die Kellerkinder eher für einen Saisonabbruch plädieren, würden Aufstiegsaspiranten wie Lok Leipzig lieber zu Ende spielen oder die Saison dann werten, wenn sie gerade Tabellenführer und damit berechtigt für die Aufstiegsspiele waren.

„Aus der Diskussion habe ich herausgelesen, dass eine Mehrheit der Klubs spielen will“, sagt Kramer. Und: „Es sollen aber keine Geisterspiele werden.“ Wie das mit der Beschränkung, dass Großveranstaltungen bis Ende August untersagt sind, zu vereinbaren ist, bleibt offen. Es scheint nur ein Teilausschluss der Öffentlichkeit denkbar. Ein Vorschlag, den auch der VfB mittragen würde. „Wenn die Zuschauerzahlen auf ein Zehntel der Stadionkapazität und unterhalb der Grenze von Großveranstaltungen gedeckelt bleibt, könnten wir damit leben“, sagt Kramer. Für Auerbach würde das bedeutet, dass bei einer Zuschauerkapazität von 5000 Plätzen nur 500 Zuschauer ins Stadion dürften und dann auch nur mit dem erforderlichen Mindestabstand zueinander. „Die Sitzplätze könnte man entsprechend sperren.“

Ein weiterer Teil der Diskussion war die Übertragung der Spiele als Stream im Internet. Das könnten die Klubs in anderer Form vermarkten, ob als Bezahl-Stream, mit freiwilliger Spende oder mit Sponsoren. „Damit wären aber vermutlich nicht die Unkosten zu decken“, wirft Kramer ein. Schon gar nicht für den VfB Auerbach, der im Vergleich zu den Großvereinen der Regionalliga ein deutlich geringeres Fanpotenzial hat. Im Gegensatz zu Profiklubs hat der VfB derzeit auch nicht die Möglichkeit, Spieler in Kurzarbeit zu schicken und damit Personalkosten einzusparen. Die VfB-Spieler sind Amateure, arbeiten also noch in ihrem Hauptberuf weiter.

Unklar bleibt auch, was im Falle eines Abbruchs passiert. „Es könnten Regressforderungen auf den Verband zukommen“, sagt Kramer. Daher wollen alle nochmals im Mai miteinander telefonieren und dann entscheiden. Ein Auerbacher Vorschlag wird dann wieder auf dem Tisch liegen: der Wunsch nach Gleichbehandlung. „Der Verband hat derzeit die Möglichkeit, die Statuten anzugleichen. Wenn in der Bundesliga die Altersgrenze auf 16 Jahre abgesenkt wird, sollte das auch für Regionalligisten gelten.“ Während Klubs mit Nachwuchsleistungszentren ihre 17-Jährigen einsetzen dürfen, auch im unteren Amateurbereich, darf der VfB das nicht. Das führte in der noch laufenden Saison zu einer kuriosen Situation: Niklas Jeck, Auerbacher Ausleihspieler vom FC Erzgebirge Aue, durfte als 17-Jähriger im VfB-Trikot Viertligaspiele bestreiten, hingegen die in Auerbach ausgebildeten Moritz Seidel und Yannic Voigt nicht. „Da werden wir unkorrekt behandelt“, ärgert sich Volkhardt Kramer.

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