Gianluigi BuffonManuel Neuer und Thibaut Courtois sind nur drei Namen, die stellvertretend für die Elite der Fußballtorhüter stehen. Deren Gilde hat einen ganz eigenen Kopf und ein spezielles Anforderungsprofil. Um ein richtig guter Keeper zu werden, muss man von klein auf genau dieses Anforderungsprofil drauf haben. Dabei geht es um Stellungsspiel, Taktik, aber auch um Mentalität. Schließlich kann man innerhalb weniger Sekunden vom gefeierten Held zum Sündenbock werden, wie jüngst die Ereignisse um Loris Karius vom FC Liverpool zeigten, der sich im Champions-League-Finale zwei schwere Patzer leistete. Dass junge, ambitionierte Torhüter ordentlich auf ihre Aufgaben vorbereitet werden, hat sich der Plauener Torhüter Patrick Schüler vorgenommen und Anfang des Jahres eine Torwartschule für dasVogtland gegründet.

Patrick Schüler schaffte es aus der Jugend von Concordia und Wacker Plauen bis in das Regionalligateam des VFC Plauen. Jahrelang spielte er für die zweite Mannschaft des VFC in der Landesklasse und Landesliga. Dort ging er durch die Schule des ehemaligen VFC-Torwarttrainers Thomas Sesselmann. Vor kurzem ist der 30-Jährige zur SG Jößnitz gewechselt und hat seine Freizeit der Ausbildung junger und erfahrener Torhüter verschrieben. „Die Zeit bei Thomas Sesselmann hat mich sehr geprägt. Jetzt möchte ich einen ähnlichen Weg einschlagen und Torhütern mein Wissen vermitteln.“

Alles fing mit dem Gedanken an, nach der aktiven Laufbahn eine Trainerkarriere zu beginnen. So möchte er nun Erfahrungen sammeln, indem er die vogtländischen Keeper auf Vordermann bringt. „Dabei lerne ich auch den Umgang mit Jugendlichen, was mich natürlich weiterbringt“, so Schüler. Seine Torwartschule, die er derzeit noch allein meistert, bietet 90-minütige Trainingseinheiten für Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene an. „Im normalen Mannschaftstraining wird nie auf die Torhüter eingegangen. Nur bei Torschussübungen werden sie mal gefordert und können sich auszeichnen. Dabei gibt es so viele andere Stellschrauben bei einem Torhüter, die perfekt passen müssen“, erklärt Schüler seinen Ansatz.

Kondition, Physis, Taktik und Mentalität sind für den gebürtigen Plauener die Grundlagen, die er den Torhüterkollegen mit auf den Weg geben möchte. „Jeder braucht mindestens einmal die Woche ein ordentliches Torwarttraining, um sich optimal weiterzuentwickeln. Dafür haben die Trainer in den Jugendmannschaften aber keine Zeit. Da komme ich ins Spiel“, so Schüler. So bietet er ein kostenloses Schnuppertraining an. Jede weitere Einheit mit den Torhütern würde etwas kosten, sodass Patrick Schüler etwas für seinen Aufwand zurückbekommt.

Derzeit gibt es nur noch wenige freie Termine bei dem Torwarttrainer, der irgendwann einmal möglichst bei einem größeren Club unterkommen möchte. Deswegen sollte die Terminabsprache möglichst sechs Wochen vorher beginnen. In den Ferien bietet er auch Einheiten am Vormittag an.

„Das Training mit den Jungs macht mir richtig Spaß, zumal ich auch selbst immer weiter dazulerne. Ich will die Torwartschule etablieren mit dem Ziel, dass es irgendwann auch Trainingscamps gibt“, so Schüler. „Wichtig ist aber, dass es Spaß macht und ich meine Kenntnisse weitergeben kann. Schließlich sieht man immer wieder, dass es bei vielen Torhütern an den Grundlagen fehlt. Das möchte ich ändern und somit den vogtländischen Vereinen helfen.“

Kontakt

Torwartschule Vogtland: Telefon 0175 5289444, E-Mail torwartschule-vogtland @web.de, Internet www.facebook.de/Torwartschule-Vogtland. Das erste Training ist kostenlos. Danach liegen die Kosten pro Person bei 15 Euro pro Trainingseinheit. Ab vier Personen gibt es Rabatt. Anmeldungen werden sechs Wochen im Voraus erbeten.


Was Patrick Schüler an seine Schüler weitergibt:

Beinarbeit: Das A und O beim Torwartspiel ist die richtige Beinarbeit. Das führt vom Abspringen mit dem ballnahen Bein bis hin zum kraftvollen Absprung. Eine gute Übung dafür ist das Fangen aus dem Knien. Der Torhüter hockt auf den Knien und bekommt einen Ball von der Seite zugeworfen. Zu achten ist dabei auf das schnelle Aufstehen und das Abspringen mit dem Bein, auf dessen Seite der Ball geworfen wird. Wichtig sind dafür auch Koordinationsübungen zum Beispiel mit einer Koordinationsleiter.

Abläufe verinnerlichen: Jeder Torhüter braucht seine klaren Abläufe, ob das nun beim Absprung, in der Luft oder beim Herauslaufen ist. Diese Abläufe müssen sich die Torhüter immer wieder vor Augen führen und verinnerlichen.

Oberkörperkräftigung: Enorm wichtig ist die Stabilität im Oberkörper, zum einen, um einen Ball ordentlich zu halten, zum anderen um sich beim Fallen nicht zu verletzen. Da lohnt es sich auch das richtige Abrollen zu

üben.

Fußball spielen: Jeder Torhüter arbeitet nicht nur mit den Händen. Ganz wichtig ist, dass jeder Torwart auch ordentlich kicken kann. Abschläge und Abstöße müssen gut kommen, um es den Mitspielern einfacher zu machen. Aber auch das normale Passspiel muss jeder Keeper beherrschen.

Taktik: Oftmals fangen die Angriffe beim Torhüter an. Deswegen ist es wichtig, dass Torhüter taktisch gut geschult sind. Außerdem müssen sie als letzter Mann die Reihen vor sich ordentlich koordinieren. Oft geht es auch um die Frage, wann ich das Spiel mit einem Abschlag schnell mache und wann ich das Tempo mal aus dem Spiel nehme.