Nach Chemnitz-Test bleiben noch Fragen offen

Marcin Sieber (rechts) im Zweikampf mit dem Chemnitzer Philipp Sturm. Paul Horschig beobachtet die Szenerie. Im Testspiel am Dienstagabend hatte Auerbach in der zweiten Halbzeit Chancenvorteile.
Marcin Sieber (rechts) im Zweikampf mit dem Chemnitzer Philipp Sturm. Paul Horschig beobachtet die Szenerie. Im Testspiel am Dienstagabend hatte Auerbach in der zweiten Halbzeit Chancenvorteile. Foto: Joachim Thoß

Fußball-Regionalligist VfB Auerbach tritt am Sonntag bei Lok Leipzig an. Trainer Sven Köhler muss dort auf zwei wichtige Stammspieler verzichten.

Auerbach.Ein bisschen Wut ist bis heute bei Trainer Sven Köhler geblieben. Vor vier Monaten standen sich sein VfB Auerbach und der 1. FC Lokomotive Leipzig bereits einmal gegenüber. Damals unterlag der VfB im Sachsenpokalspiel gegen gnadenlos effektive und aggressive Leipziger 1:4. Die Wut, die Köhler damals ganz untypisch für ihn öffentlich äußerte, galt dem Schiedsrichter. Damals sprach er von einer „Sauerei“, weil der Unparteiische in allen 50:50-Situationen zugunsten der Leipziger entschieden hatte. In einem ausgeglichenen Spiel, in der es auf jeden Zweikampf ankam, war das entscheidend.

Am Sonntag, 13.30 Uhr kommt es zum nächsten Aufeinandertreffen der Fußball-Regionalligisten. Und schon vor dem Spiel steht der Unparteiische wieder im Blickpunkt: Der Nordostdeutsche Fußballverband hat kurzfristig die Ansetzung geändert, weil der ursprünglich vorgesehene Schiedsrichter Vereinsmitglied des ärgsten Lok-Konkurrenten im Aufstiegsrennen, Energie Cottbus ist. Nun leitet der Berliner Philipp Kutscher die Partie – und das, so hoffen es die Auerbacher, ohne groß aufzufallen. Eine schwere Aufgabe wartet auf ihn allemal. Denn Auerbach und Lok Leipzig pflegen beide einen körperbetonten Fußball. „Es sind immer total umkämpfte Spiele“, sagt Köhler. „Lok hat eine robuste Mannschaft, die körperlich eine andere Klasse ist.“ Eine andere Klasse als die Herthaner, die Auerbach zum Jahresauftakt 2:1 besiegte.

Am Sonntag kommt auf den VfB eine weitere Herausforderung zu: Köhler muss sein Team erneut umstellen. Mit Marc-Philipp Zimmermann fällt der Torjäger aus, mit Hendrik Wurr ein verlässlicher Spieler vor der Abwehr. „Zum Glück sind aber mit den Winter-Zugängen einige Optionen hinzugekommen.“ So könnten entweder Oliver Genausch oder Michael Schlicht ihr Debüt in der Startelf feiern.

An seinen Gedankenspielen lässt Köhler aber keinen teilhaben. „Ich habe schon zwei, drei Ideen im Hinterkopf. Ich warte aber noch das Abschlusstraining ab“, sagt er. „Der letzte Eindruck zählt.“ Könnte also auch Thomas Stock nach seiner Verletzungspause seit Anfang Dezember sein Comeback feiern? „Er hat es zuletzt für einige Minuten in den Testspielen probiert“, sagt Köhler. „Er ist auf jeden Fall schon so weit, dass er im Kader stehen und einige Minuten spielen kann.“

Das Testspiel gegen den Chemnitzer FC am Dienstag sei schon eine Bewährungsprobe gewesen. „Wichtig war, dass wir 2:2 gespielt haben“, sagt Köhler. „Eine Niederlage wäre angesichts unseres guten Auftritts ärgerlich gewesen.“ Allerdings ist die Wertigkeit des Spiels schwer einzuschätzen. Der Drittligist griff nicht auf Stammpersonal zurück, sondern eher auf die zweite Reihe. „Das ist doch logisch und legitim, wenn Chemnitz zwei Tage zuvor gegen den Halleschen FC gespielt hat“, sagt Köhler, der über die Formation der Gäste gar nicht unglücklich war. „Wären sie mit dem kompletten Drittliga-Kader angetreten, hätten wir vor allem in der Defensive gestanden.“ So konnte er auch die neue Offensive ausprobieren und im zweiten Abschnitt sogar mit seinem Team deutlich größere Spiel- und Chancenanteile erzielen.

Auf der Tribüne saßen auch Späher aus Leipzig. Köhler hatte schon vorher gesagt, dass er nichts davon hält, mit verdeckten Karten zu spielen. „Sie haben eben unsere gesamte Mannschaft gesehen“, sagte er. „Der Fußball ist gläsern. Jeder weiß doch, wie wir spielen.“ Und so kommt es am Sonntag auf andere Faktoren an als auf den Startelf-Poker.

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