„Kühe – Schweine – Auerbach“

Auerbach.Eine Reise ins Vogtland ist für viele Fußballfans aus Leipzig oder Berlin eine Reise aufs Land. „Bauern“, das seien die Auerbacher, so lautet stets die Meinung bei den Anhängern der Großstadtklubs. Lange Zeit hat der VfB Auerbach die Schmähgesänge der gegnerischen Fans mit einem müden Lächeln hingenommen. „Wir nehmen es mit Humor“, sagt Uwe Kramer, der Co-Trainer und Vorstandsmitglied des VfB ist. Das tun die VfB-Fans mittlerweile in aller Regelmäßigkeit schon. Immer, wenn der Ruf „Kühe, Schweine, Auerbach“ aus dem Gästeblock hallt, applaudieren sie. Nun geht der VfB noch einen Schritt weiter. Auf dem Kragen des Trikots steht „Kühe, Schweine, Auerbach“. „Wir nehmen das Ganze etwas auf die Schippe“, sagt Kramer, der auf die Idee kam, den Ausruf dem VfB zu eigen zu machen.

Sprüche auf dem Trikot sind nichts Neues. Aue nennt sich „Kumpelverein“, der VfB hatte in der Vergangenheit bereits „Power vom Bauer“ auf dem Trikot stehen. „Wir bauen gern solche kleinen Dinge ein“, sagt Kramer. Diesmal schlagen die „Auerbacher Bauern“ zurück – und das auch nicht ohne Grund. Zumindest der Teil „Kühe“ passt dem Hauptsponsor Vogtlandmilch ganz gut ins Konzept. „Zudem transportieren wir damit, dass wir ein bodenständiger Verein sind.“ Gegen landwirtschaftliches Arbeiten gebe es nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Es ist genau wie der Auerbacher Fußball, eben ehrlich.

Auf einen Leistungsschub durch den Scherz hoffen die Auerbacher allerdings nicht. „Den Spielern ist es wichtiger, dass sie gut spielen, als der Satz, der auf dem Trikot steht“, sagt Kramer. „Sie schauen nicht groß aufs Trikot, sondern auf ihre Leistung.“ Der Spruch wird die Spieler ein Stück lang begleiten, denn jedes Jahr einen neuen Slogan wird es nicht geben. „Unser Trikotsatz muss drei bis vier Jahre halten“, sagt Kramer. „Daher können wir auch nicht jedes Jahr den Spruch wechseln.“

Ein Sammlerstück ist das Trikot aber allemal schon jetzt. Das zeigen erste Reaktionen der Fans, die sich im Internet begeistert von der Idee zeigten. Vielleicht verkauft der VfB dann auch ein paar Trikots mehr als bislang. Im Jahr gehen 20 bis 30 über den Ladentisch. „Die VfB-Fans sind da zurückhaltend“, berichtet Kramer. Dabei gibt es das Auerbacher Regionalliga-Trikot bereits für 39,90 Euro – natürlich inklusive des „Kühe, Schweine, Auerbach“-Aufdrucks. Und Kramer versichert: Das VfB-Trikot sei nicht nur optimal für Fußballspieler, sondern auch für die Feldarbeit geeignet.


Tabellennachbar Optik Rathenow am Samstag beim VfB

Der Rückblick tut beim VfB Auerbach bis heute weh: Die Vogtländer verloren Ende März 2:3 gegen den Punktspielgegner vom Samstag, den FSV Optik Rathenow. Eine Niederlage, die den VfB damals tief in den Abstiegsstrudel geraten ließ und nach einem heftigen Krach auch wieder in die richtige Spur. Auf solche Aufregung kann der VfB gern verzichten. „Die Niederlage aus der Vorsaison führte dazu, dass wir wach sind“, sagt Trainer Sven Köhler. „Rathenow verfügt über ein gutes Niveau. Das haben wir gemerkt, aber unter der Woche auch Lichtenberg.“ Der stark gestartete Aufsteiger verlor am Dienstag gegen Optik 0:1. Für Rathenow war es der erste Auswärtssieg und gleichzeitig ein Signal nach Auerbach.

Erstmals seit einiger Zeit steht der VfB in der Pflicht. Ein Sieg gegen Rathenow, einen direkten Konkurrenten um den Klassenverbleib, ist fest eingeplant. Es zählen nur drei Punkte. „Natürlich wollen wir gewinnen“, bestätigt Köhler. „Aber Rathenow will das genauso.“ Köhler baut auf die Erfahrung seines Teams: Die Routiniers sollen vorangehen und die jungen Spieler mitnehmen, damit sich nicht so ein blauäugiges Verhalten wie im März wiederholt, als Auerbach erst ein 0:2 zum 2:2 ausglich, sich aber umgehend das 2:3 einfing. Dann könnten die Mutmacher der letzten Wochen schnell vergessen sein.

Immerhin entspannt sich die Personalsituation etwas. Wieder im Training, bei dem derzeit nur 15 bis 16 fitte Regionalligaspieler teilnehmen können, stehen mit Sebastian Schmidt und Hendrik Wurr zwei bislang Verletzte. Ob es für einen Einsatz im Kader am Samstag, 13.30 Uhr reicht, ist ungewiss. (masc)

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