Es bleibt schwierig für Auerbach

Auerbach.Gleicher Ort, gleicher Jubel – als der VfB Auerbach im Oktober 2021 mal wieder zu einem Mittwochspiel nach Berlin fahren musste, stand im Auswärtsspiel beim SV Lichtenberg ein Unentschieden. In letzter Minute glichen die Vogtländer aus und bejubelten den Punkt im Poststadion wie einen Sieg. Die Geschichte wiederholte sich, weil nicht nur Lichtenberg 47 seine Heimspiele in Berlin-Mitte austrägt, sondern auch der Berliner AK. Allerdings ist das 0:0 vom Mittwochabend sogar noch höher zu bewerten als der Punkt gegen die Lichtenberger. „Der Punkt ist für den Kopf sehr wichtig“, sagt Stefan Schmidt, der am Mittwoch der Spieler des Spiels war. Mit zahlreichen Glanzparaden rettete er den VfB vor einer Niederlage beim Favoriten – und ließ die Vogtländer damit Selbstvertrauen für das Heimspiel gegen Energie Cottbus am Samstag, 14.05 Uhr (live im MDR-Stream), tanken.

Der Punktgewinn zeigt, dass Auerbachs Kader über Regionalliga-Format verfügt. Waren in der Hinrunde – gerade beim Hinspiel-Debakel (0:5) in Cottbus – Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit des Kaders gewachsen, scheint das Team nun eine Antwort gegeben zu haben: „Wir haben gezeigt, dass wir auch personelle Engpässe wegstecken können“, sagt Schmidt – und verweist auf den Komplett-Ausfall der Innenverteidigung, die VfB-Coach Sven Köhler mit einer Dreierkette in Berlin überbrückt hat. Ein Plan, der aufging. Auch aufgrund einer konzentrierten Abwehrleistung, einer Portion Glück und eines gut aufgelegten Kapitäns zwischen den Pfosten. „Ich muss als Torhüter und erfahrener Spieler sowieso Verantwortung übernehmen“, sagt Schmidt über die schwierige Lage, die trotz des Punktgewinns bestehen bleibt.

Denn das Unentschieden hilft – ganz nüchtern betrachtet – den Vogtländern nicht weiter. Sie bleiben am Tabellenende. Nur Siege helfen. Nur birgt das Remis vom Mittwoch die Gefahr, es überzubewerten. Es bleibt ein magerer Punkt – und gegen die Lausitzer wird die Aufgabe nicht leichter. Und auch noch ein anderes „Problem“: Weil Köhler in Berlin auf seine zweite Reihe zurückgreifen musste – und diese eben mit großem Kampf überzeugte, hat er die Qual der Wahl. Setzt er erneut auf die Punktgewinner oder lässt er die am Mittwoch gesperrten Spieler wieder von Anfang an ran? Spieler, die zuvor bei Lok Leipzig auch schon überzeugt hatten.

Wer auch immer spielen mag, sicher ist eins: Es bedarf einer ähnlichen Einstellung und Leidenschaft wie in den ersten beiden Spielen. Auch weil Cottbus die Aufstiegsträume noch nicht ganz aufgegeben hat. Aufstieg? Ein Wort, das Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz zumindest öffentlich nicht in den Mund nehmen möchte. Vor dem Re-Start im Januar sagte er auf die Frage, ob der Aufstieg das Ziel und der Anspruch von Energie sei: „Nein, ist er nicht. Mir wurde der Auftrag gegeben, dass ich eine Mannschaft formen soll, die im nächsten Jahr unter den Top drei spielt.“ Kurz vor Transferschluss haben die Lausitzer noch einmal reagiert – und mit Joshua Bitter einen drittligaerfahrenen Spieler verpflichtet. Der 25-Jährige war zuletzt vereinslos und stand bis zum vergangenen Sommer beim MSV Duisburg unter Vertrag.

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