Auerbacher belohnen sich nicht

Von Marcus Schädlich
Auerbach.Verwundert rieben sich nicht nur die einheimischen Fans am Sonntagnachmittag in der Auerbacher Arena zur Vogtlandweide die Augen: „Was passierte hier gerade auf dem Rasen?“, fragten sich auch die Gäste-Fans des BFC Dynamo und die Zuschauer der MDR-Liveübertragung. Denn der VfB Auerbach, der am Mittwoch nach der 0:1-Heimniederlage gegen den SV Lichtenberg 47 gefühlt seinen Abschied aus der Regionalliga hinnehmen musste, überraschte alle mit einer beeindruckenden Leistung. Den Spitzenreiter der Fußball-Regional-liga hatte der VfB am Rande einer Niederlage.

„Nach dem Mittwochspiel hatte ich schon meine Bedenken, was das heute werden soll“, sagte VfB-Kapitän Stefan Schmidt. Doch auch ihn überraschte das Team. „Stark, wie wir das verteidigt haben und wie wir marschiert sind.“ Am Ende stand allerdings nur ein 2:2, das Auerbach den Abstand zum womöglich rettenden Ufer bei drei Punkten halten lässt. „Deshalb sind wir trotzdem enttäuscht“, sagte Schmidt, fügte aber an: „Wir geben nicht auf.“ Und die Leistung macht auch Hoffnung darauf, dass die Auerbacher doch noch eine Chance haben, wenn sie in den kommenden Wochen genauso gegen die namhaften Gegner Chemnitz und TeBe spielen. Nur stellt sich die Frage: Warum nicht immer so? Hätte das Auerbacher Team über die gesamte Saison öfter so eine Leistung wie gegen den BFC abgerufen, sähe die Lage im Abstiegskampf deutlich besser aus.

Dass es am Ende trotzdem nicht zum Sieg reichte, war allerdings genauso symptomatisch für diese VfB-Saison wie die Leistungsschwankungen: In der letzten Aktion der regulären Spielzeit kam einer der zahlreichen Eckbälle, der BFC hatte knapp 20 Ecken in den 90 Minuten, aufs lange Eck. Keiner bewachte den eingewechselten Pollasch, der einköpfte. Der sonst so solide Mohand Almansori hatte ihn aus den Augen verloren, Niklas Kubitz hatte zudem wenige Augenblicke zuvor den Pfosten verlassen. Ein vermeidbarer Gegentreffer. Und einer, der zwei wichtige Punkte gekostet hat. „Warum es nicht gereicht hat, sieht man an den Gegentoren“, sagt Schmidt deutlich, der allerdings seinerseits einen überragenden Tag hatte – und beinahe sogar das 1:1 noch von der Linie gekratzt hätte. Maximilian Schmidt hatte ihm das „Ei“ an Ostern ins eigene Tor gelegt. „Das erste Gegentor schießen wir uns selbst rein, das zweite ist ein Standard“, zählte Schmidt auf.

Mut schöpft die VfB-Elf aus dem Unentschieden allemal, nun muss Auerbach nur die Leistungsschwankungen vermeiden. Denn ganz klar: Am Samstag in Rathenow zählt nur ein Sieg, sonst ist endgültig das Kapitel Regionalliga abgeschlossen.

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