ALLE INFOS ZUM MEDIZINCHECK IM AMATEURFUSSBALL

Grundsätzlich immer überlegenswert: Ein Medizincheck für Amateursportler*innen.[Foto: imago]

Die dramatischen Ereignisse rund um Christian Eriksens Zusammenbruch bei der EURO haben den Fußball weltweit sensibilisiert, wie wichtig medizinische Untersuchungen sind, um mögliche Vorerkrankungen zu entdecken. Doch was gilt es, bei Medizinchecks für Amateurfußballer*innen zu beachten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Für welche Altersklassen ist ein Medizincheck sinnvoll?

Grundsätzlich sind gesundheitliche Checkups immer überlegenswert, wenn durch Belastung ausgelöste Beschwerden vorliegen, zum Beispiel Schmerzen oder Druck im Brustbereich, übermäßige Luftnot, Herzrasen oder Herzstolpern. Auch jede unerklärte Bewusstlosigkeit sollte Anlass zur Sorge geben. In einem solchen Fall geht es darum, unentdeckte Vorerkrankungen auszuschließen. Eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung ist auch für alle Neu- und Wiedereinsteiger ab dem Alter von 35 empfehlenswert. Für Berufs- und Leistungssportler ergeben sich andere Empfehlungen. Der DFB hat hier auch im internationalen Vergleich eines der differenziertesten Untersuchungssysteme mit drei Kategorien und abgestuften Inhalten.

In welchem Turnus sollten solche Medizinchecks (in welchem Alter) durchgeführt werden?

Eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung sollte, sofern es keine Auffälligkeiten gab und keine neuen Beschwerden auftreten, nach zwei bis vier Jahren wiederholt werden. Gab es in der Vorsorgeuntersuchung auffällige Befunde, sollte der Checkup möglichst jährlich oder gar noch häufiger durchgeführt werden. Nicht selten spricht der untersuchende Arzt auch eine Empfehlung zum nächsten Termin aus. Kinder und Jugendliche, die leistungsorientiert Sport treiben, aber keinem Kader angehören, sollten sich auch bei Beschwerdefreiheit alle zwei bis drei Jahre einem Check unterziehen.

Was kostet ein Medizincheck und wer übernimmt die Kosten?

Je nach Umfang belaufen sich die Kosten einer sportärztlichen Untersuchung auf etwa 100 bis 150 Euro. Ein standardisierter Basischeck (bspw. erforderlich für die Aufnahme eines Studiums der Sportwissenschaften) kostet in der Regel weniger als 100 Euro. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine solche Untersuchung zu 80 bis 100 Prozent. Gibt es auffällige Befunde, werden anschließende Behandlungen und Untersuchungen vollständig übernommen.

Wo kann ich einen Medizincheck durchführen lassen?

Ein Medizincheck sollte bei einem Arzt oder einer Ärztin mit der Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“ erfolgen. Einige Hausärzt*innen, aber auch andere Fachrichtungen sind als Sportmediziner*innen zugelassen und haben das benötigte Equipment in ihrer Praxis. Auch sportmedizinische Institute kommen in Betracht, sind aber in der Regel nur an Universitäten zu finden.

Was wird bei einem Medizincheck untersucht?

Der Umfang einer sportärztlichen Untersuchung ist abhängig von den Notwendigkeiten der Sportler*innen, vielleicht auch der betriebenen Sportart und der Ausstattung der Praxen. Eine Erstuntersuchung umfasst in der Regel mindestens die Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung sowie ein Ruhe-EKG. Das entspricht den Vorgaben der europäischen Kardiologengesellschaft und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Auf Basis der erhobenen Werte kann eine Beurteilung von „tauglich für alle Sportarten“ bis „nicht sporttauglich“ ausgestellt werden. Fortgeschrittene und erweiterte sportärztliche Untersuchungen (etwa für leistungsorientierte Sportler*innen) umfassen unter anderem zusätzliche Laboruntersuchungen (z.B. Blut, Urin und eine Echokardiographie) und ein Belastungs-EKG.


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